pn en

In der Vergangenheit wurde die Antarktis mehrfach von Meteoriten und Meteoren getroffen. Hinweise dafür können auf dem Kontinent relativ einfach gefunden werden. Doch auf den subantarktischen Inseln und den umliegenden Ozeanen sind solche Funde aufgrund der tiefen Meeresbecken eher selten. Ein internationales Forschungsteam hat nun einen riesigen Krater nahe dem Falklandarchipel entdeckt. Sie schätzen das Alter des Kraters auf etwa 250 Millionen Jahre und zählen ihn zu den grössten auf der Erde.

Das britische Überseegebiet liegt rund 550 km von der argentinischen Küste entfernt. Politisch gesehen sind die Inseln britisch, doch die Geologie ist komplizierter: Die afrikanische Landmasse sitzt auf einem südamerikanischen Untergrund.. Bild: Michael Wenger
Das britische Überseegebiet liegt rund 550 km von der argentinischen Küste entfernt. Politisch gesehen sind die Inseln britisch, doch die Geologie ist komplizierter: Die afrikanische Landmasse sitzt auf einem südamerikanischen Untergrund.. Bild: Michael Wenger

Ein Becken nahe der Falklandinseln zeigt Hinweise auf einen riesigen Meteroeinschlag gemäss den Untersuchungen eines Forschungsteams. Die Struktur misst rund 250 Kilometer Durchmesser und wird in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift Terra Nova beschrieben. „Sollte das Falklandbecken tatsächlich ein Einschlagskrater sein, und davon gehen wir aus, ist er einer der grössten bekannten seiner Art,“ erklärt Michael Rampino, Professor an der New York University, Abteilung Biology und Ko-Autor. Die Forscher, darunter auch Max CL Roca von der argentinischen Planetengesellschaft und der paraguayanische Geologe Jaime Baez Presser, bestätigen, dass Proben aus der Region notwendig sind, um die Schlüsse aus den Analysen zu bestätigen. Das Becken liegt auf dem Falkland (Malvinas) Plateau nordwestlich von Westfalkland. Zuerst erkannt auf seismischen Reflektionsprofilen und auf Schwerkraft- und Magnetbeobachtungen hat die Struktur Ähnlichkeit mit den Gegebenheiten eines Einschlagkraters, der durch einen Asteroiden oder Kometen entstanden ist. Rund 200 solche Krater sind auf der Erde bekannt.

Ein Becken nahe den Falklandinseln zeigt Anzeichen eines riesigen Einschlagkraters, gemäss neuen Analysen eines Teams. Auf dem Bild erkennt man in Gelb die Inseln und eine signifikante Zunahme des Erdmagnetismus im Gebiet (rot). Dies ist der Hinweis auf einen grossen Einschlag. Bild: National Centers of Environmental Information
Ein Becken nahe den Falklandinseln zeigt Anzeichen eines riesigen Einschlagkraters, gemäss neuen Analysen eines Teams. Auf dem Bild erkennt man in Gelb die Inseln und eine signifikante Zunahme des Erdmagnetismus im Gebiet (rot). Dies ist der Hinweis auf einen grossen Einschlag. Bild: National Centers of Environmental Information

Die Forscher schätzen das Alter des Beckens aus dem späten Paläozoikum, d.h. rund 250 Millionen Jahre. „Sollte der Krater tatsächlich so alt sein, korreliert dies mit dem grössten Aussterbeereignis  der Erde: Dem Massenaussterben im Perm, bei welchem mehr als 90% aller Arten auf der Erde verschwanden, “ meint Rampino. Er und seine Kollegen weisen auf weitere spezifische Punkte, die auf einen Einschlagkrater hindeuten. Er ist von neueren Sedimenten komplett begraben und besitzt keine topographischen Ausläufer auf dem Meeresboden. Der Schlüssel zur Identifizierung als potentieller Einschlagkrater sind ein Rückgang der Schwerkraft in dem Gebiet, was auf ein grosses Becken gefüllt mit schwachdichtem Material hinweist; und eine starker Anstieg des Erdmagnetismus an der Stelle. Das ist ein Charakteristikum grosser Einschlagsorte, wie beispielsweise beim 66 Millionen Jahre alten und 200 km breiten Chicxulub-Krater auf der Halbinsel Yucatan, der für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich sein könnte.

Vor 260 Millionen Jahre waren Südamerika, Afrika und die Antarktis miteinander verbunden. Das Gebiet des Kraters lag damals zwischen den drei Kontinenten. Bild: Christoph Benisch
Vor 260 Millionen Jahre waren Südamerika, Afrika und die Antarktis miteinander verbunden. Das Gebiet des Kraters lag damals zwischen den drei Kontinenten. Bild: Christoph Benisch

Quelle: New York University