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Erhebliche Umweltveränderungen und ausgeprägte natürliche Gradienten in physikalischen Merkmalen kennzeichnen das Seegebiet an der Antarktischen Halbinsel. Die Fachzeitschrift "Polar Biology" widmet der Region jetzt einen Sonderband, der eine große Vielfalt an Ergebnissen zur Ökologie des Südlichen Ozeans umfasst. Die Resultate dazu stammen von der „Polarstern“-Expedition im Jahr 2013.

Die Polarstern, das Arbeitspferd des AWI bringt jährlich Gruppen von Forschern für ihre Feldstudien in die Antarktis. Ausserdem versorgt sie auch noch die Neumayer III Station. Bild: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendricks
Die Polarstern, das Arbeitspferd des AWI bringt jährlich Gruppen von Forschern für ihre Feldstudien in die Antarktis. Ausserdem versorgt sie auch noch die Neumayer III Station. Bild: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendricks

Im Jahr 2013 steuerte das Forschungsschiff Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), die Antarktische Halbinsel an. Die 50 Forscher diverser meereswissenschaftlicher Disziplinen waren knapp zwei Monate unterwegs, um das Zusammenspiel von belebter und unbelebter Natur umfassend zu untersuchen. Eines der Ergebnisse ist eine multidisziplinäre Studie an Wasserphysik, dem Kleinkrebs Krill und Walen. Sie hat ergeben, dass sich verschiedene Walarten räumlich durch ihre spezielle Nahrungswahl aus dem Weg gehen.

Buckelwale gehören glücklicherweise wieder zu den häufigeren Walsichtungen. In den Gewässern der Antarktis finden sie vom Frühling bis Herbst hervorragende Futtergebiete, vor allem Krill. Das macht sie zu idealen Forschungszielen. Bild: Michael Wenger
Buckelwale gehören glücklicherweise wieder zu den häufigeren Walsichtungen. In den Gewässern der Antarktis finden sie vom Frühling bis Herbst hervorragende Futtergebiete, vor allem Krill. Das macht sie zu idealen Forschungszielen. Bild: Michael Wenger

Weiterhin berichten die Forscher, dass die Fauna am Meeresboden die großräumigen Unterschiede in Wassertemperatur und Eisdeckung an der Meeresoberfläche widerspiegelt. „Überlagert ist dieses Muster durch einen ‚bunten Flickenteppich’ an verschiedenen Lebensformen“, berichtet der Herausgeber des Sonderbandes und AWI-Biologe Dr. Julian Gutt.

Auch da wo es trotzdem bei Seymour/Paulet ein recht reiches Leben gibt, sind es überwiegend kurzlebige, schnellwüchsige Formen, wie die Seescheidenkolonien (weiße Bälle mit netzartiger Struktur), die lampenputzerartigen Hornkorallen, die gelben büschelförmigen Schwämme. Das rote ist auch ein Schwamm. Die quittegelbe Kugel ist eine Schnecke. Bild: Alfred-Wegener-Institut / Julian Gutt)
Auch da wo es trotzdem bei Seymour/Paulet ein recht reiches Leben gibt, sind es überwiegend kurzlebige, schnellwüchsige Formen, wie die Seescheidenkolonien (weiße Bälle mit netzartiger Struktur), die lampenputzerartigen Hornkorallen, die gelben büschelförmigen Schwämme. Das rote ist auch ein Schwamm. Die quittegelbe Kugel ist eine Schnecke. Bild: Alfred-Wegener-Institut / Julian Gutt)

„Offensichtlich steuert eine variable Kombination aus mehreren Umweltfaktoren und biologischen Wechselbeziehungen das Vorkommen und Wachstum von Schwämmen und Würmern über Kleinkrebse bis zu den Walen. Allerdings machte die daraus resultierende hohe Biodiversität Vorhersagen für den dort seit Jahrzehnten stattfindenden regionale Klimawandel zu einer großen Herausforderung“, so der Expeditionsleiter weiter.

Eisfisch; rechte untere Ecke: Seegurken, die besonders an das Leben auf den Stacheln von Lanzenseeigeln angepasst sind (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Julian Gutt)
Eisfisch; rechte untere Ecke: Seegurken, die besonders an das Leben auf den Stacheln von Lanzenseeigeln angepasst sind (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Julian Gutt)

Quelle: Alfred-Wegener-Institut