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Die grösste Ölplattform der Welt, Goliat FPSO, hatte bereits früher für Schlagzeilen gesorgt. Nun hat die Plattform endlich begonnen, im nördlichsten Ölfeld in der Barentssee das schwarze Gold zu fördern. Die Erwartungen sind hoch und die Kosten sind es auch. Denn die Plattform hat ihre Aufgabe mit zwei Jahren Verspätung und einer Kostenexplosion begonnen. Trotz der guten Neuigkeiten über den Start, sind die Probleme noch nicht verschwunden. Unter anderem sorgen der tiefe Ölpreis und eine Klage von Umweltschützern bei den Betreibern ENI und Statoil für verhaltene Freude.

Goliat is offiziell eine FPSO (Floating ProductionStorage Offloading Unit) und ist die grösste Ölförderplattform der Welt. Sie ist 175 m hoch und beherbergt 120 Arbeiter. Sie wurde in Südkorea gebaut und danach auf dem grössten Schwertransportschiff, der Dockwise Vanguard in den Norden transportiert.
Goliat is offiziell eine FPSO (Floating ProductionStorage Offloading Unit) und ist die grösste Ölförderplattform der Welt. Sie ist 175 m hoch und beherbergt 120 Arbeiter. Sie wurde in Südkorea gebaut und danach auf dem grössten Schwertransportschiff, der Dockwise Vanguard in den Norden transportiert.

Rund 88 Kilometer nördlich von Hammerfest, in der westlichen Barentssee gelegen, hat die Plattform Goliat den Weltrekord für das nördlichste Ölfeld gesetzt. Es ist bereits die zweite Ölfördereinheit im europäischen Teil der Arktis, nach Russlands Prirlazlomnoya in der Pechorasee. Goliat ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der italienischen ENI und der norwegischen Statoil. Das Projekt hatte sich nach anfänglichem Enthusiasmus in einen Alptraum verwandelt, vor allem in finanzieller Hinsicht. Die Produktion hätte eigentlich bereits 2013 beginnen sollen, nachdem das Projekt 2009 gestartet worden war. Die norwegische Ölsicherheitsbehörden hatten aber erst nach eindringlichen Untersuchungen die Nutzung der Goliat-Einheit im Januar dieses Jahres freigegeben, zwei Jahre nach dem geplanten Start.

Goliat wurde spezifisch entwickelt, um den harschen Bedingungen der Barentssee zu widerstehen. Sie eine schwimmende Plattform, deren 11 Bohrbrunnen unter Wasser das Öl an die Oberfläche holen werden. Die Plattform selbst kann bi zu 1 Million Fass Öl aufnehmen und sie an Tankschiffe weitergeben.
Goliat wurde spezifisch entwickelt, um den harschen Bedingungen der Barentssee zu widerstehen. Sie eine schwimmende Plattform, deren 11 Bohrbrunnen unter Wasser das Öl an die Oberfläche holen werden. Die Plattform selbst kann bi zu 1 Million Fass Öl aufnehmen und sie an Tankschiffe weitergeben.

Die Konstruktion der Plattform in Südkorea war mehrfach verschoben worden und die Kosten liegen mittlerweile € 1.8 Milliarden höher als vorhergesagt. Insgesamt hat das Projekt bereits € 5 Milliarden gekostet. Gemäss den Berechnungen der Consultingfirma Rystad Energy AS müssten der Ölpreis zwischen $95 und $100 liegen, damit ein Profit erzielt werden kann. Doch ENI dementiert und meint, dass die Plattform auch noch bei einem Preis von unter $50 eine schwarze Null schreibe. Doch zurzeit liegt der Ölpreis bei knapp $40.

Das Goliat-Ölfeld wurde vor 16 Jahren entdeckt und die geschätzte Produktion wird rund 100‘000 Fass am Tag betragen. Das Feld soll nach Expertenangaben etwa 180 Millionen Fass umfassen. Das geförderte Öl wird zuerst in der Plattform selbst gelagert, bevor es danach auf Tanker verladen und zu den Märkten gebracht wird. „Dies ist ein grosser Tag für die gesamte nördliche Region Norwegens“, erklärt Geir Seljeseth, der Regionale Leiter der norwegischen Öl- und Gasgesellschaft. Er meint weiter, dass das Projekt wichtig für die Versorgungsindustrie, für Hammerfest als Ort ist und Auswirkungen auf ganz Nordnorwegen haben wird. „Dieses Projekt bildet die Basis für einen jahrzehntelange Produktion und wird ein solides Einkommen für die Gesellschaft und die Wohlfahrt in Norwegen bilden.“

Der norwegische Energie- und Ölminister Tord Lien heisst die Plattform in der Barentssee nach ihrer langen Reise von Südkorea Willkommen. Bild Thomas Nilsen
Der norwegische Energie- und Ölminister Tord Lien heisst die Plattform in der Barentssee nach ihrer langen Reise von Südkorea Willkommen. Bild Thomas Nilsen

Quelle: The Independent Barents Observer; Bloomberg