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Seit Jahren dreht das PolarNEWS-Fimteam unter der Leitung von Ruedi Abbühl Kurz- und Dokumentarfilme an verschiedensten Orten der Arktis und Antarktis. Ein Besuch bei den Kaiserpinguinen fehlte allerdings noch.


Ein Wechsel im Vertriebssystem ab der Schweiz war Grund genug mit dem Veranstalter «Quark Expeditions» in Kontakt zu treten. So entschlossen sich die Verantwortlichen von PolarNEWS vorerst eine Leserreise mit «Quark» in die Antarktis auszuschreiben. Klarer Favorit war der  Eisbrecher «Kapitan Khlebnikov» mit dem Besuch der Kaiserpinguinkolonie in Snow Hill. Geplant war die erste Abfahrt Anfang Oktober, da sind die jungen Kaiser noch klein. Die Wirtschaftskrise in der Zwischenzeit auch in der Antarktis angekommen zeigte Wirkung. Wegen schleppendem Buchungseingang wurde diese annulliert und unsere 21 Teilnehmer auf eine spätere Abfahrt umgebucht.
Auf drängen von «Quark» entschlossen wir uns noch eine zweite Abfahrt auf der klassischen Route nach Falkland, South Georgia zur Antarktischen Halbinsel ins Programm zu nehmen. Wegen des tiefen Dollarkurses war der Preis äusserst attraktiv. Soviel zur Vorgeschichte

Natürlich schoss sich das PolarNEWS-Filmteam auf die Kaiserpinguine ein. Eineinhalb Jahre vor Reisebeginn kontaktierten wir die Zentrale von «Quark» in den USA und meldeten unser Vorhaben. Quark war nach eigenen Angaben glücklich «über das professionelle Auftreten von PolarNEWS und der bereits eingegangenen Buchungen». Es wurde vereinbart, dass unser Filmteam volle Unterstützung erhält, d.h. nach Bedarf zusätzlich Helikopter und Zodiacs zur Verfügung gestellt werden. Als Gegenleistung wünschte «Quark Expeditions» Kopien des Filmmaterials. Tolle Vereinbarung – wir waren glücklich!

Filmteam-bei-Dreharbeiten
Dreharbeiten in South Georgia in der Königspinguin-Kolonie

BBC kommt ins Spiel

Sechs Monate vor Abfahrt erfuhren wir aus Prospektmaterial, Newsletter und Pressemeldungen, dass noch ein Filmteam der BBC mit an Bord sein wird. Ich ahnte nicht Gutes. Zwei Filmteams an Bord dürften logistische Probleme bereiten. Für uns war klar, dass wir Abstriche machen müssten. An Bord kann man ja miteinander sprechen.
Am 2. Oktober 2009 erhielt Ruedi Abbühl ein Mail in dem nachgefragt wurde ob man ihn unter dieser Adresse erreichen würde. Die nächsten zwei Wochen war Funkstille. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Am Freitag 16. Oktober um 19:42 Uhr, zwei Arbeitstage vor Abreise kam die nächste Nachricht und zwar direkt an Abbühl. Darin wurde erklärt, dass «Quark» von PolarNEWS keine Filmkopien benötige, aus diesem Grund könne uns auch keine Unterstützung gewährleistet werden. Absender eine für uns bis anhin unbekannte Person. Am Schluss des Mails wünschte die Absenderin Ruedi noch eine schöne Reise! Wie ein Blitz aus heiterem Himmel haben sich die Verhältnisse geändert. Die vor Monaten zugesagte Vereinbarung galt nicht mehr! So kurzfristig hatten wir nicht mal mehr die Möglichkeit zu annullieren.

Heiner Kubny zu dieser Geschichte: «Ich denke die haben bis zur letzten Möglichkeit zugewartet um uns dies mitzuteilen. Solche Entscheide trifft man nicht zwei Tage vor Abreise. Wir wurden ganz einfach an die Wand gespielt. So kurzfristig hatten wir auch nicht die Möglichkeit nachzuverhandeln. Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Der Entscheid von Quark ist vermutlich nicht gerade Klever, haben wir doch mit den zwei PolarNEWS Reisen gegen 50 Teilnehmer eingebucht».

Dummerweise wurde kurz zuvor an «Quark Expeditions» die Zusage gegeben auch im kommenden Jahr wieder zwei Expeditionsreisen auszuschreiben und Prospekte gedruckt. Der Ärger war gross. Folglich hat die Redaktion von PolarNEWS sich entschlossen die ausgeschriebene Reise vom 23. November bis 15. Dezember 2010 nicht mit «Quark Expeditions» durchzuführen. Berücksichtigt wird nun eine Reederei mit der wir schon lange Kontakte pflegen und seit Jahren äusserst gute Erfahrung gemacht haben. Zudem ist die «Plancius» zurzeit das neuste Schiff in polaren Gewässern.

Kaiserpinguine-vor-Eisberg
Kaiserpinguine vor einem Tafeleisberg